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Gold — großes Steigerungspotential

Kaum wird es etwas „heißer“ an den Finanzmärkten, kaum sinken die Aktienkurse, schon wählen Anleger „die inflationssichere Schiene“. Allein dieser Sicherheitsgedanke verstärkt den Run aufs Gold — logo — und Gold, Gold ist seit tausenden von Jahren das sicherste Gut der Welt, welches den Ursprungswert seiner Kaufkraft nie verlor. Kein Wunder, dass Anleger so wie beschrieben handeln.

Dazu kommt der mögliche Handelskrieg zwischen China, Europa auf der einen — und den USA auf der anderen Seite. Gekrönt von einer US-Regierung, die den Namen nicht verdient, angeführt von einem anscheinend überforderten Präsidenten.

Die beschriebene Spirale der Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, in der sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, mit immer neuen Strafzöllen überzogen hatten, treib Anleger förmlich verstärkt in sichere Anlageformen. Die daraus resultierenden Kursschwankungen an den US-Börsen sind lediglich logisches Ergebnis der Politik der Trump Administration.

Und als wäre das alles noch nicht genug, wird parallel in Großbritannien heftig über ein Abkommen gestritten, dass einen geregelten Austritt des Landes aus der Europäischen Union sichern soll. Das Problem ist, dieses Abkommen gibt es nicht so, wie es die Engländer sich vorstellen. Der 29. März und damit der Termin für den Brexit rückt immer näher und Anleger haben berechtigterweise Angst vor einer Entwertung des Pounds, die Spezialisten momentan mit über 50% taxieren.

Das Ergebnis ist ein schlechtes Gefühl der Investoren bei Papiergeld und Wertpapieren. Das Ergebnis ist Skepsis in die US-amerikanische Wirtschaft und die Flucht ins Gold. Vor diesem Hintergrund gehen Investoren auf Nummer sicher und investieren verstärkt auf das inflationssichere Gold — und da Angebot und Nachfrage den Preis eines jeden Produktes bestimmen, steigt der Goldpreis.



Entwicklung des Goldpreises

Mitte August 2018 stand der Goldpreis auf 1.160 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und erreichte damit den tiefsten Stand seit Anfang 2017. Aber seit Mitte November zeigt sich ein völlig anderes Verhalten und der Goldpreis kennt nur eine Richtung: nach oben.

Der Goldpreis stieg zu Beginn des neuen Jahres zwischenzeitlich bis auf 1.298,60 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten.

Zuletzt verlor der Anstieg des Goldpreises etwas an Schwung. Ursache sind — was für ein Wunder — Hinweise auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Unterhändler beider Länder scheinen bei Gesprächen vorangekommen zu sein. Einen Durchbruch hat es bisher allerdings noch nicht gegeben und der Goldpreis verharrt knapp unter der Marke von 1.300 Dollar.


Analysten über den Goldpreis

„Die relativ starken Einbrüche an den Aktienmärkten in den letzten Monaten haben zu stärkerer Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold geführt“, so Klaus Maurischat vom Nachrichtendienst Goldman Morgenstern & Partners LLC (GoMoPa.net) zur derzeitigen Marktentwicklung. Maurischat verwies auch auf die Entwicklung von Gold-ETFs, also Wertpapieren, bei denen Gold physisch hinterlegt wird. Hier sind die Bestände von Oktober bis Jahresende um mehr als 120 Tonnen gestiegen.

Zuletzt hatte die US-Notenbank FED deutliche Signale gesendet, dass die Leitzinsen im laufenden Jahr langsamer steigen werden. Eine Folge der sinkenden Zinserwartungen ist ein kräftiger Rückgang der Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Hier gilt die Faustregel: Je geringer der Zinssatz für fest verzinsliche Papiere, desto höher ist der Anreiz zum Kauf von Gold, so der CEO des US-amerikanischen Nachrichtendienstes abschließend

Aber auch Goldhändler berichten von einem starken Anstieg der Nachfrage nach dem Edelmetall. „Seit Ende des letzten Jahres hat sich bei der Degussa die tägliche Nachfrage auf bis zu 200 Kilogramm Gold am Tag verdoppelt“, sagte ein Sprecher der Geschäftsführung von Degussa Goldhandel. Die gestiegene Nachfrage sei nicht nur von Kleinsparern ausgegangen, sondern „in überraschend großem Umfang“ von Vermögensverwaltern oder Privatbanken.

Neben Goldmünzen wie dem Krügerrand und 100, sowie 250 Gramm-Barren habe es außerdem eine vergleichsweise starke Nachfrage nach großen 1 Kilogramm-Barren gegeben. Aber — richtig ist das nicht, so Klaus Maurischat, CEO beim deutschsprachigen Finanznachrichtendienst Goldman Morgenstern & Partners LLC aus New York.

„Stellen Sie sich vor, wir erleben tatsächlich eine Inflation wie im Deutschland der 20er Jahre. Der Euro verliert von heute auf Morgen seine Kaufkraft, was soll man dann mit einem Goldbarren von einem Kilogramm machen? Wollen Sie eine Unze abfeilen? Wer wird Ihnen bestätigen, dass es sich auch um echtes Gold handelt? Wer wird Ihnen glauben? Wenn Sie sich wirklich „Tauschgold“ für Notzeiten zulegen wollen, nehmen Sie kleine Einheiten. Am besten ¼ Unze von einer anerkannten Prägeanstalt, wenn es geht auch noch von dieser original verschweißt. Diese Größen sind komfortabel, sicher und marktgängig. Aber natürlich auch etwas teurer als 1 Kilogramm Barren, was in der Natur der Sache liegt.!

Auch Zentralbanken kaufen mehr Gold

Dazu kommen massive Goldkäufe durch die chinesische Notenbank, die den Wert des Edelmetalls weiter nach oben treiben. Nach Angaben der Zentralbank in Peking wurden die Goldreserven des Landes im Dezember um 320.000 Unzen aufgestockt, was in etwa zehn Tonnen entspricht. Damit hat die chinesische Zentralbank erstmals seit Oktober 2016 die Goldreserven wieder erhöht.

„Der Zukauf könnte der Auftakt einer neuen Serie von Goldkäufen der chinesischen Zentralbank sein, da sie in der Vergangenheit für gewöhnlich mehrere Monate hintereinander Gold gekauft hat“, so Mark Vornkahl zu diesem Thema, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung des Dienstes. Generell sei laut Vornkahl zu beobachten, dass das Interesse der Zentralbanken an dem Edelmetall in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen sei. „Die Zentralbanken sind damit wieder eine wesentliche Stütze der Goldnachfrage und damit auch des Goldpreises“.

Quelle:medium.com / Scen Schiller